vermessen leben

11. November 2012
von Marcia
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Fundstücke: Zwei Artikelchen im Web

Screenshot von new.doccheck.comAuch nicht schlecht: Bei „DocCheckNews“ bin ich gerade über einen Artikel gestolpert, der so betitelt ist wie mein Blog, aber schon gut drei Monate älter ist als dieser Blog! Der Artikel ist absolut lesenswert, gibt eine gute Übersicht über Quantified Self und konnotiert den Begriff „vermessen“ ähnlich positiv: Quantified Self: Vermessen leben.

Ganz im Gegensatz zu Juli Zeh übrigens, eine der kritischsten Stimmen zur QS-Szene, in ihrem Artikel „Der vermessene Mann„. „«Vermessen» ist nicht nur der Körper des Selbstquantifizierers, sondern auch der Anspruch, die totale Konzentration auf sich selbst müsse eines Tages zu Wohlbefinden führen. Egozentrik als Biozentrik“, liest man da schon mal bei ihr – nicht minder lesenswert mit einem sehr gesellschaftskritischen Argumentations-Ansatz. Ihr Unterton mag für manche aber ein Spur zu ironisch, zu gehässig sein; den self-trackenden Individuen hinter Quantified Self wird er meines Erachtens nicht gerecht.

7. November 2012
von Marcia
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Thesis Journal #21 | KarMeN

Heart WireVerkabelt bin ich seit heute. Ein kleiner Actiheart-Sensor klebt jetzt für eine Woche auf meinen Rippen und zeichnet 24/7 Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität und physische Aktivität auf. Liegt genau auf Höhe meines Solarplexus und fühlt sich an wie ein verrutschter Bügel-BH. Mir ist zudem noch nie aufgefallen, dass ich mich häufig genau mit dieser Stelle gegen meine Schreibtischkante drücke, wenn ich besonders tief in meinen Laptopbildschirm kriechen will. Warum das alles? Ich habe heute meinen ersten von insgesamt drei Vermessungsterminen im Rahmen der Metabolomics-Studie KarMeN des Max-Rubner-Instituts in Karlsuhe wahrgenommen.

Es hakte und klemmte in meiner Umfrage noch bis heute. 🙁 Manche Browser mochte die Eingabe von Nullen nicht – aus unerfindlichen Gründen. Jetzt ist die Frage nicht mehr „mandatory“ und mit einem Hinweis versehen es ggf. stattdessen mit einem “ – “ zu versuchen. Der holprige Start deprimiert mich ein wenig, muss ich zugegeben.

Seltsam finde ich Twitter in seiner ganzen Verwendung. Wieso ist dieses Tool mancherorts so beliebt? Um die Umfrage publik zu machen, habe ich jetzt zum ersten Mal in meinem Leben mit Hashtags und Tweets hantiert und bin mir erstaunlich unschlüssig, wie erfolgreich ich dabei vorgegangen bin.

Vergessen habe ich zwischenzeitlich so ziemlich alles, was ich vor vier Wochen an Papern gelesen habe. Gefühlt. Als ich heute angefangen habe eine inhaltliche Struktur für meine Bachelorarbeit zu erarbeiten, dachte ich, die Krise zu kriegen. Es ist viel zu viel! Na, hauptsache ich komme alleine mit diesem vorläufigen Inhaltsverzeichnis auf 752 Wörter. -.-

*Photo Credits: .krish.Tipirneni.

6. November 2012
von Marcia
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Thesis Journal #20 | Lasst euch vermessen!

Screenshot der Willkommensseite meiner UmfrageVermessen hoch lag mein Perfektionsanspruch diesmal. Grausam. Dabei hatte ich mir den doch eigentlich die letzten Jahre zugunsten jeden 80/20-Prinzips abtrainiert. Aber unterm Strich steht: Der Fragebogen ist endlich online! Die Umfrage, um die sich meine ganze Bachelorarbeit dreht. Ich möchte jubeln, aber leide ahne ich auch schon, was mir noch alles bevorsteht. Alle Erkenntnisse, Gespräche, Paper und Diskussionen der letzten Woche sind hierein eingeflossen. Jetzt kann ich nichts mehr ändern, das Ding nur noch laufen und die Daten ihren Verlauf nehmen lassen. Ich bin unendlich gespannt auf die Ergebnisse. Ihr vermesst euch in irgendeiner Art und Weise selbst und wollt teilnehmen oder mir einfach nur bei der Verbreitung der Umfrage helfen? Hier findet Ihr die Umfrage www.ksos.kit.edu/qs.

Gewidmet sind die nächsten zwei Tage noch dem Vertrieb der Umfrage: Admins, Moderatoren, Communities, Blogger anschreiben, Foren, Facebook- und MeetUp-Gruppen besuchen. Danach geht es endlich an dieses Seitenmonster: Bachelorarbeit.docx.

3. November 2012
von Marcia
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Thesis Journal #19 | NaNoWriMo

BücherRichtig in Zahlen packen werde ich endlich den Fortschritt meiner Bachelorarbeit! Ich habe zur richtigen Zeit ein tolles, wie die Faust aufs Auge passende Selbstvermessungsprojekt gefunden: Den über den ganzen November hin stattfindenden, weltweiten National Novel Writing Month. Meine Bachelorarbeit ist zwar weiß-gott keine Novelle, aber die nächsten vier Wochen werden vor allen Dingen von viel Schreibarbeit geprägt werden. Dass ich mit meiner Umfrage mittlerweile sieben Tage hinterher hinke, muss irgendwie durch schnelleres Schreiben ausgeglichen werden.

Auswerten werde ich spätestens für meine Bachelorarbeitspräsentation die prozentuelle Farbzusammensetzung meiner Google Kalender pro Woche. Magenta sind private Termine/Freizeit, mintgrün ist Arbeit/Uni, himmelblau Sport, gelb Außergewöhnliches, rot Prüfungen oder Wichtiges. Im Verlauf meiner Bachelorarbeit müsste alles Magenta mit der Zeit doch immer minziger schmecken und zum Schluss panisch rot glühen. Weiterlesen →

3. November 2012
von Marcia
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Fundstücke: Photographic Memory

Das Leben in Bildern festhalten Wenn man sich an alles erinnern könnte, bestünde wahrscheinlich überhaupt kein Bedarf sein Gedächtnis in Worten, Apps, Tools und Spreadsheets auszulagern. Ein absolutes fotographisches Gedächtnis würde Self-Tracking und Quantified Self fast überflüssig machen. Aber natürlich ist das Aufzeichnen –  „Life-Logging“ –  nur eine Seite der Medaille und erst die Zusammenschau, Auswertung und Analyse der getrackten Daten erbringen die „Self-knowledge […]“, die Quantified Self Anhänger umtreibt.

Um das ganze Leben in Bildern festzuhalten, sind im Bereich der „Life-Logging-Cameras“ nebst Googles Glasses nichtsdestotrotz richtig goldige Tools in Entwicklung: Weiterlesen →

30. Oktober 2012
von Marcia
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Thesis Journal #18 | Pre-Test & Korrelationen

Korrelationsmatrix nach Pre-Test Ziemlich fasziniert bin ich darüber, dass ich mit meinem Bachelorarbeitsbetreuer nach dem kleinen Pre-Test der vergangenen Woche heute schon so lange Ergebnisse analysieren, diskutieren, sinnieren und interpretieren konnte: zweieinhalb Stunden nämlich! Der Vorgeschmack auf „meine Quantifizierung der Selbstquantifizierer“ war farbenfroh vielversprechend: Aus der Korrelationsmatrix links ergaben sich wichtige, subtile Feinjustierungen in der Hauptfragengruppe „Motivationen“.

Online geht der richtige Fragebogen nun definitiv diese Woche! Akut bin ich fünf Tage im Rückstand in meinem Bachelorarbeitszeitplan. Das muss ich beim Schreiben im November wieder aufholen.

Gelitten hat das Thesis Journal doch etwas im Oktober. Nur ein Eintrag pro Woche? Zu wenig. Gründe zugegebenermaßen mannigfaltig: Weiterlesen →

26. Oktober 2012
von Marcia
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Quantified Self Berlin vs. The Berlin Quantified Self Meetup Group

QS Show&Tell Meetup am 22. November 2012Hinter so einem langen Blogposttitel versteckt sich etwas eigentlich Unkompliziertes. Seit einer guten Woche gibt es jetzt zwei Meetup Gruppen in Berlin: Neben der etablierten, deutschsprachigen Gruppe „Quantified Self Berlin“ will die  „The Berlin Quantified Self Meetup Group“ explizit auch englischsprachige Redner nach Berlin locken und die internationale Vernetzung der QS-Gruppen vorantreiben. Kurz- und längerfristig soll die Quantified Self Szene in Berlin dadurch ingesamt größer und vielfältiger werden.

Nach dem gestrigen, kurzfristig angesetzten Meet&Greet der Quantified Self Berlin Gruppe in der c-base Raumstation, wird das nächste QS-Treffen wieder von der The Berlin Quantified Self Meetup Group organisiert. Für deren erstes Show&Tell sind Steven Dean aus QS New York und zwei Co-Organisatoren der QS Meetup Groups aus Paris und London, Denis Harscoat und Peter Lewis, angekündigt. In ihren Keynote Speeches wird es um die Geschichte und Hintergründe der  Quantified Self Szene weltweit gehen, aber auch um persönliche Self-Tracking Erfahrungen: Vorbereitungen für den Ironman Triathlon, „das Programmierbare Selbst“, spaced-repetition learning Experimente… Save the date: Wenn alles gut geht, bin ich also am 22. November definitiv schon wieder in Berlin!

[Ich muss zugeben, egal, wie ich diesen Blogpost drehe und wende, er wird nicht weniger verschwurbelt. Die umständlichen, ähnlichen Namen der Communities verkorksen jedes deutsche Schriftbild und der hohe Anteil englischer Szene-Begriffe verunglimpft jeden Satz. Quantified Self, the, Show&Tell, Community, Group, Meet&Greet, Keynote Speeches, Meetup, … Furchtbar.]

*Flyer designed by Marc Schumann

24. Oktober 2012
von Marcia
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Fundstück: Noch mehr Butter im Kaffee und David Asprey

Das Thema hat mich nicht ganz losgelassen offensichtlich. Erstens waren es bei Marcel Rüschlin doch „nur“ 125g Butter zum Frühstück im Kaffee und zweitens ist das Butter-Kaffee-Frühstück ein fast schon populäres Selbstexperiment unter den QSlern. Hier ist z.B. noch so einer: Caveman Klaus. In seinem Blogpost „Bulletproof Coffee for breakfast“ schwört er auf diesen Power-Shake zum Frühstück, bestehend aus hochwertigem organischen Kaffee, hochwertiger Butter aus Milch von grasfressenden (Weide-)kühen und Kokosnuss-Öl. 5-6 Stunden pure Energie, angekurbelter Fettstoffwechsel – klingt alles so gut, oder?

Richtig interessant ist übrigens die Geschichte zu dem Kaffee-Butter-Drink von David Asprey, dem Menschen hinter Bulletprof Executive und wahrscheinlich Inspiritor für alle Butter-Kaffee-Experimente unter den QSlern. Zu David Asprey lässt sich auch so noch einiges sagen. Warum? Naja, zum Beispiel weil er in 15 Jahren für seine LifeHacking Experimente laut Selbstaussage schon mehr als 250.000€ in die Hand genommen hat, weil er seinen Weiterlesen →

21. Oktober 2012
von Marcia
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Thesis Journal #17 | Rädchen drehen

ZahnrädchenFestgestellt: habe ich, dass ich nichts selbst vermessen muss. Ich fühle, dass ich genau jetzt an einem Punkt bin, an dem sich zu viele Rädchen gleichzeitig drehen, die mich schrecklich unsortiert fühlen lassen. So unsortiert, dass ich kein Quäntchen Zeit mehr hätte, auch noch zu vermessen, wie sehr und schnell sie sich drehen.

Vollbepackt: bin ich zugegebenermaßen aber auch einfach gerade mit der Arbeit in meinem Nebenjob. Wochenendarbeit gar! Damit in zwei Wochen ein neues Produkt released werden kann und dem parallelen Launch der neuen Webseite nichts im Weg steht.

Digitalisiert: ist er schon, mein Fragebogen. Er muss noch auf Niet- und Nagelfestigkeit getestet werden. Die Rumdokterei an den kleinen Feinheiten kostet mich gefühlt übrigens viel mehr Kraft als die großen, durchgeheizten Nachtschichtblöcke. Wenn ich nicht gefragt werde, ob und was ich selbst vermessen würde, werden mir übrigens witzige Vorschläge unterbreitet, was ich denn einmal selbst vermessen könnte: z.B. wie lange meine Aufmerksamkeitsspanne beim Fußballgucken durchschnittlich ausfallen würde.

Richtig verrückt: ist ein Fragenbogen von Jeff Fajans (Positive Psychology Student an der Claremont Graduate University in Los Angeles),  der mir heute zugespielt wurde. Zugegebenermaßen hat sich meine erste typische Freude heute Morgen über “Quantified Self: An Exploratory Study of Individual Differences“ bis heute Abend in verzweifelte Unsicherheit gewandelt.

Es ist wundersam faszinierend in Jeff wahrscheinlich einen Mitstreiter gefunden zu haben, der Ahnung vom Fach hat und auf meine enthusiastische E-Mail innerhalb einer Stunde ebenso begeistert antwortete (samt all seiner gefundenen Quellen und Paper im Anhang…), und schrecklich deprimierend gleichzeitig, dass ich selbst keine Psychologie-Studentin bin, bei weitem nicht so viel zurück geben kann und die Validität meiner Fragen einmal mehr hinterfrage. Ausgerechnet „Positive Psychologie„, denke ich mir die ganze Zeit. Eine Richtung, die wie die Faust aufs Auge zu dem passt, was ich in letzter Zeit alles an Papern gelesen habe. Warum ist mir dieses Schlagwort jetzt erst über die Weg gelaufen?

Wissenschaftliches: Arbeiten macht mir Spaß. Das merke ich seit einem halben Jahr;  seitdem ich mich dank|mittels|zwecks wissenschaftlicher Arbeit mit einem Thema beschäftigen „darf“, das mich brennend selbst interessiert. Aber aktuell verstehe ich auch zum ersten Mal, warum man für eine Promotion drei Jahre braucht oder für eine Masterarbeit immerhin ein halbes Jahr. Und warum eine Bachelorarbeit dagegen sogar von den Betreuern und Professoren selbst belächelt wird – in den drei Monaten kann man wissenschaftliches Arbeiten allenfalls simulieren und ein Gefühl dafür wecken. Wie soll es einem gelingen in alle Untiefen einer Materie in vier, sechs, acht Wochen wirklich einzusteigen, wenn einem selbst offensichtliche Schlagworte erst auf halber Zielgerade in die Hände gespielt werden?

 

16. Oktober 2012
von Marcia
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Fundstück: 250gr Butter täglich

ButterKann es sich von Euch jemand vorstellen „Kaffee mit Butter“ zu trinken? Täglich?

Marcel-Philippe Rüschlin schon. Der Kurzclip „Mein Leben in Zahlen: Quantified Self“ kommt frisch aus dem ZDF-Morgenmagazin „Volle Kanne“ und wurde erst heute Morgen ausgestrahlt. Das kurze Filmchen gibt am Beispiel Christian Kleineidams einen grundsätzlichen, einleitenden Einblick in die Quantified Self Idee und stellt eben Marcel-Philippe Rütschlin vor, der vier Monate lang im Selbstexperiment täglich ein Päckchen Butter aß (trank?) … Weiterlesen →