vermessen leben

15. Mai 2013
von Marcia
6 Kommentare

Quantified Self – An Exploratory Study on the Profiles and Motivations of Self-Tracking

Bachelorarbeit - ein paar Statistiken„Thesis Journal #26 | Fertig“

Farbdruck, Leimbindung und in zweifacher Ausführung ‚pünktlich‘ abgegeben – schon vor vier Monaten am 31.01.2013. Gesamtbearbeitungszeit vom Tag der Themenfindung bis zur Abgabe: 152 Tage (4,997 Monate). Besuchte Meetups in Berlin: 2. Geführte Telefonate: Viele. Treffen mit meinem Betreuer: ~12. Kenngelernte Self-Tracker: >12. Geschriebene Seiten: 127. Geschriebene Wörter: 35.570. Häufigstes Wort: „Self“ (902x) nach „a“ und „the“. Korrekturleser: >11. Soweit die nebensächliche Bilanz meiner Bachelorarbeit.

Quantified Self – An Exploratory Study on the Profiles and Motivations of Self-Tracking

Die hauptsächlichen, tatsächlichen Ergebnisse aus meiner Umfrage zu Self-Tracking Motivationen und Profilen gibt es jetzt endlich einigermaßen kurz & aufgeräumt hier: Welche Profile und Motivationen ließen sich ausfindig machen? Wie hoch ist der Anteil gesundheitsbezogener Selbstvermesser und welche Parameter werden überhaupt gerne getracked? Für alle Fragen, die ich hier vergesse zu beantworten oder nicht in aller statistischen Vollständigkeit darlege, gibt’s die vollständige Auswertung in Form meiner Bachelorarbeit zum Download hier.


Allgemeine Daten

Von 411, die dem Aufruf unserer Umfrage (über Twitter, QS Facebook-Gruppen und QS Meetup Gruppenauf der ganzen Welt) folgten, füllten 217 Teilnehmer den Fragebogen vollständig aus. 167 davon gaben an ‚etwas‘ in ihrem Leben zu vermessen, genau 150 beantworteten die zwei Aufmerksamkeits- und Ehrlichkeitsfangfrage ehrlich und aufmerksam und wurden im Folgenden in allen Fragestellungen ausgewertet.

Data Derivation

Composition and derivation of the finally used total of responses after extracting all 411 responses from LimeSurvey® on December 1, 2012.



Der „typische“ Selbstvermesser

Unterm Strich? Es ließ sich ein „Selbstvermesser-Typus“ ausfindig machen: Der durchschnittliche Selbstvermesser ist 33,55 Jahre alt, männlich, aus den Industriestaaten der USA oder Europas, angestellt und verfügt durchschnittlich über ein monatliches Haushaltseinkommen von 2.697,33 US-Dollar (Anm.: Allerdings gibt es bislang auch fast nur in diesen Staaten Meetup-Gruppen und über diese wurde Gruppen wurde die Teilnehmer maßgeblich rekrutiert).

Ein paar mehr Fakten: Bemerkenswert ist sicherlich die hohe Eigenmotivation der Teilnehmer. 56% der Teilnehmer gaben an, dass sie aus eigenem Antrieb mit dem Self-Tracking begannen, 7% wurden von Freunden inspiriert, nur 8% von ihrem behandelten Arzt dazu ermuntert. Außerdem ließ sich eine hohe Eigenverantwortung unter den Self-Tracker identifizieren: 90% stimmten der Aussage zu „Ich vermesse mich selbst, weil ich mich für mein Leben verantwortlich fühle“. Hinzu kommt die hohe Technik-Affinität der Selbst-Vermesser: Die meisten nutzen zwei oder mehr Geräte um sich selbst zu vermessen. Nur 8% nutzen ausschließlich Papier und Stift für Ihre Aufzeichnungen.

Mit oder ohne Krankheitsbezug?

Nur ein Drittel aller Self-Tracker weist eine oder mehrere chronische Grunderkrankungen auf, deren Symptomen er „entgegen-tracken“ will. Ebenso viele tracken gesundheitsrelevante Parameter (32,33%). Der Wunsch nach individueller Unabhängigkeit von klassischen Standard-Therapien und -Behandlungen motiviert 50% aller chronisch-erkrankten Selbstvermesser.

Grundsätzlich wurden verschiedene Arten der Selbstvermessung unterschieden. Unter den „Vermessungszielen“ haben wir in neun Kategorien 54 verschiedene Parameter abgefragt und darüber hinaus die Möglichkeit angeboten eigene Parameter anzugeben. Zu den neun Kategorien gehörten Physical Activites, Body, Nutrition, Addictions, Medical, Well-being, Environment, Relationships und „Other“, darunter wurden Parameter sortiert wie z.B. Übungseinheiten, Schrittzahl, Treppenstufen, Gewicht, BMI, Blutdruck, Kalorienzufuhr, Wassergläser pro Tag, Stimmung, Schlafqualität und -quantität, u.v.m. Darüberhinaus wurden die Teilnehmer gebeten eigenständig einzuschätzen, ob sie in Folge einer Erkrankung eher gesundheitsbezogene Paramter tracken (health-related) oder ob sie die Selbstvermessungsaktivitäten ohne Krankheitsbezug aber dem eigenen Wohlbefinden gewidmet betreiben („well-being“). Tatsächlich vermessen 85,33% aller Teilnehmer „well-being“-bezogene Parameter, 32.66% zeichnet tatsächlich gesundheitsbezogene bzw. krankheitsbezogene Daten auf. 56% aller Teilnehmer beschäftigt sich ausschließlich mit Daten, die keinen Krankheitsbezug haben (Gruppe: „Well-being-only“), 32,66% vermisst sowohl krankheits- als auch gesundheitsbezogene Daten (Gruppe: „Well-being-and-health-related“).

Venn-Diagram for people that only track well-being related parameters (group well-being-only, here: light green) and people that track well-being as well as health-related parameters (well-being and health-related, here: dark green)

Venn-Diagram for people that only track well-being related parameters (group well-being-only, here: light green) and people that track well-being as well as health-related parameters (well-being and health-related, here: dark green)

Diese beiden Gruppen unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. Selbstvermesser, die sowohl well-being als auch health-related tracken sind signifkant älter (38,96 Jahre) als solche, die nur well-being Parameter tracken (32,65 Jahre); außerdem verfügen sie über ein signifikant höheres Einkommen (3.468,18 US-$/Monat ggü. 2.758,33 US-$/Monat) und verbringen signifikant mehr Zeit mit Self-Tracking-Aktivitäten und eigenem Self-Tracking: 80,07 Minuten/Tag ggü. 24,46 Minuten Tag.

Die Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit, bzw. für die eigene Leistung und Fitness und ein hohes Selbstoptimierungsbedürfnis ist dann aber fast allen Selbstquantifizierer gemein. Auf einer Skale von 1 = Strongly Disagree bis 5 = Strongly Agree, stimmten 90% der Teilnehmer der Aussage zu „I’m self-tracking because I feel responsible for my life” (Die Motivationen wurden mithilfe einer Likert-Skala von 1-5 quantifizierbar gemacht: 1 = Strongly Disagree, 2=Disagree, 3=Neutral, 4=Agree, 5=Strongly Agree).

Fünf Self-Tracking Motivationen

Fünf übergreifende Motivationen ließen sich identifizieren:

Self-Design
Mit einer durchschnittlichen Zustimmung von 3,93 (auf der oben eingeführten Skala von eins bis fünf) ist „Self-Design“ der wichtigste motivationale Trigger für Selbstvermessungsaktivitäten. Self-Design fasst die Aussicht auf Optimierung, Kontrolle und Manipulation des Selbst zusammen.

Self-Entertainment
Sei es die Spielerlei mit dem Smartphone oder mit spezifischen Selbstvermessungsgeräten oder weniger technisch einfach mit Zahlen und Statistiken: Auch der meist spielerische Ansatz der Quantified Self Aktivitäten spielt für viele Self-Tracker eine wichtige motivationale Rolle. Die Selbstvermesser genießen es in Self-Tracking Aktivitäten zu versinken und das Gefühl die Zeit zu vergessen, wenn sie sich mit diesem Thema beschäftigen.

Self-Association
Das englische „association“ kann ‚community‘ (Gemeinschaft), ‚affiliation‘ (Zugehörigkeit) aber auch ‚resemblance‘ (Ähnlichkeit) bedeuten. „Self-Association“ als motivationaler Trigger für Selbstvermesser hat zwei Dimensionen: Auf der einen Seite suchen Selbstvermesser einen Vergleich, sie versuchen das eigene Dasein ins Verhältnis zu setzen, brauchen Bezugspunkte als Referenzwerte; auf der anderen Seite, motiviert der Fakt anderen vielleicht als Bezugspunkt oder Motivator zu dienen, zu inspirieren oder sogar anderen zu helfen.

Da sich diese Motivation maßgeblich von den vier anderen durch ihr Verhältnis des Selbst zu einer Gemeinschaft (statt zu sich Selbst) unterscheidet, möchte ich darauf hinweisen, dass „Self-Association“ nicht notwendigerweise ein „Zugehörigkeitsbedürfnis“ einschließt. Die Self-Tracker sind Individualisten, die ohne Gemeinschaft kein Indivuum wären („There is no individuality without a community“).

Self-Discipline
Wie viele Hobbysportler, Abnehmwillige und Gewohnheitsaufgeber beschweren sich über den „Inneren Schweinehund“? Wenn Self-Tracking dazu motiviert am Ball zu bleiben und unverrückbar vor Augen geführte Zahlen ein näherkommendes Ziel sichtbar in Reichweite bringen, wird Self-Tracking zum Disziplinierungsselbstläufer. Eine App, die einem den Schweinehund austreibt oder sogar in Zugpferde verwandelt, mag da ein willkommener Motivator sein.

Self-Healing
Das Drittel der Teilnehmer, das gesundheitsbezogene Parameter quantifiziert an, gab an, dass es sie motiviert, sich unabhängig von klassischer und standardisierter Medizin zu machen. Sie ziehen aus selbstvermessenen Daten Erkenntnisse über sich selbst und ihre Krankheit, die ihnen hilft, sich individuell einzustellen: auf ihre Krankheit, auf ihre Symptome, mit Medikamenten, psychisch, geographisch und mental. (Anm.: Der Recruitmentprozess konzentrierte sich nicht spezifisch auf selbstvermessende Patienten akuter und chronischer Erkrankungen.)

Persönliche Schlussbemerkung

Es fühlte sich irgendwann und immer etwas ironisch und fast bitter an, Menschen, die sich durch die unterschiedlichsten Selbstvermessungsaktivitäten individualisieren wollen, wieder in Durchschnitte packen zu wollen. Selbstvermesser möchten herausfinden, in inwiefern sie sich von anderen oder einfach nur einem Standard unterscheiden. Sie möchten verstehen, ob ihnen ein anderes Medikament besser hilft, als den restlichen 90% aller Patienten. Wie reagiert der eigene Körper, wie tickt die eigene Psyche, verläuft der eigene Krankheitsverlauf, nehmen Familie und Freunde Einfluss, wirken sich eigene Symptome anders aus, interagieren Parameter des Lebens verschieden, spielen spontane Momente eine Rolle, verändern Worte/Fernsehsendungen/gelesene Bücher den Lauf des Lebens…?

Was die meisten Selbstvermesser machen ist nicht verwerflich. Sie quantifizieren und analysieren ihr Leben statistisch durch – weil sie es können, weil es ihnen Spaß macht und weil es ihnen etwas gibt.

“Identity is our mystery. We have no idea who we are – what humans are, and what humans are good for. […] Self-tracking and the Quantified Self movement are contemporary probes into this mystery, part of our feeble attempt to figure out who we are – as individuals and a collective. Quantifying your self is an act of self-assertion. All this attention is not a narcissist adoration of the self, but a self-definition in an age of great uncertainty about who we are.”

QS co-founder Kevin Kelly, 2011

Bei den hier vorgestellten Ergebnissen handelt es sich nur um Auszüge aus meiner Bachelorarbeit. Die komplette Arbeit gibt es hier. Darüberhinaus wurden nach der Abgabe meiner Bachelorarbeit noch weiterführende Analysen vorgenommen, die Querverbindungen, Korrelationen und sonstige Verbindungen zwischen den Ergebnissen darlegen (z.B. inwiefern und wie stark verschiedene Motivationen die Anzahl der getrackten Parameter beeinflussen oder die aufgewendete Zeit) – die gibt’s erst später.

6. Januar 2013
von Marcia
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Thesis Journal #24 | So sieht’s aus

KunstMotivation verloren und endlich wiedergefunden: Nach fünf Wochen Blogging-Zwangspause und zweieinhalb Wochen Bachelorarbeitspause stecke ich schon wieder mitten drin. Nur verloren bin ich nicht mehr in meinen Daten. Der Dschungel lichtet sich sichtlich.

Geschrieben haben sich so zwischenzeitlich fast von selbst die ersten 17.000 Wörter. Fünf Tabellenblätter Auswertung in Excel wollen noch beschrieben werden, die vier umfangreichsten habe ich schon. Insgesamt schätze ich momentan, dass ich jetzt Halbzeit haben dürfte und es auf 34.000 Wörter zum Schluss hinausläuft. Aber mal schauen.

Ertappt gefühlt, dass es trotz so eines Artikels so eines Artikels bedarf, um mich von dem Bann der letzten zwei Wochen zu befreien: Weiterlesen →

6. Januar 2013
von Marcia
1 Kommentar

Seconds. Und Augenblicke genießend jeden Moment festhalten

Damit ging es los, deswegen bin ich bei Quantified Self gelandet, deshalb faszinieren mich Self-tracking, LifeLogging und LifeHacking. Irgendwie dreht sich darum alles. Weil ich viel zu viel will: Festhalten, genießen und Neues erleben, dazu Konservatives und Exotisches auf einem Tisch servieren. Im September habe ich mich in all diese Projekte, Bachelorarbeit, Blog, Nebenjobs en masse, Lernen, Uni, Studium Generale, Psychologie, Startups, Gründerszene etc. mit solchem einem Feuereifer geschmissen, dass ich im November nicht mehr wusste, wo hinten und vorne ist. Oder wo und wann überhaupt September, Oktober und November stattgefunden hatten. Dabei bin ich über Leichen gegangen, habe Steine übersprungen, Latten gerissen und Lawinen weiterer rollender Steine ausgelöst, derer ich spätestens im Dezember wohl gar nicht mehr Herr war. Bis ich mit einer Nierenbeckenentzündung erst mal zwei Wochen zuhause bei meinen Eltern landete. Flo’s Kommentar dazu (ich hoffe, ich darf dich hier zitieren): „Oh du Arme. Selbst QS schützt Weiterlesen →

29. November 2012
von Marcia
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QS Meetup Berlin, Klappe die II.

Vergleichbar war meine zweite Quantified Self Meetup Erfahrung nur bedingt mit dem ersten Meetup-Rausch. Aber die Faszination für den ersten verrückten Abend in der c-base Raumstation war auch nicht zu übertreffen. Das jüngste Treffen ist jetzt schon fast eine Woche her, aber da ich bis heute bis unter die Hutkrempe mit Schreibarbeiten zugeknallt war, musste ich das Bloggen prioritär weit hinten anstellen. Verdammt Schade – immerhin ist das einzige Geschreibsel, was ich momentan wirklich „komplett für mich“ betreibe.

Wenn ich von Karlsruhe für 48h extra nach Berlin fahre, musste die Zugfahrt einfach schon ins Bild passen: Zwei gestandene Geschäftsmänner die sich von Karlsruhe bisFrankfurt kindlich über ihre neuen Smartphones samt Facebook und Whatsapp austauschten, eine ältere Dame von wahrscheinlich 75 Jahren, die mir von Frankfurt bis Hannover mit ihrem iPad, 17“-Laptop und Smartphone gegenüber saß und ihre extra mitgebrachte Steckdosenleiste mit mir teilte und zu guter letzt von Hannover nach Berlin dann auch noch ein Mädel, das mich mich zu interviewen begann, welche Texte ich denn so vertieft da auf meinem Laptop tippseln würde. Zugegebenermaßen fahre ich ziemlich gerne Bahn.

Nach einer Nacht auf einer 1,50m Couch verbrachte ich meinen Donnerstagmorgen dann frühstückend mit Florian Schumacher, einem der Organisatoren der The Berlin Quantified Self Meetup Group im hippen Berliner Café St. Oberholz. Zwei Tage später lief mir dann auch prompt dieser Artikel in der FAZ über den WEg: Weiterlesen →

28. November 2012
von Marcia
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Auf den Hund gekommen: Quantified Dog!

Measured DogNein, ich bin nicht abgetaucht! Und einen Bericht von dem Quantified Self Meetup letzten Donnerstag gibt es morgen früh! Aber die Nächte will ich mir frühstens ab Mitte Dezember wieder um die Ohren schlagen, sonst wird das alles nichts und ich nur krank bevor ich meine Bachelorarbeit abgegeben habe. Sechs Stunden Schlaf mindestens, um acht morgens in der Bib sitzen – so das Credo momentan. Ganz brav.

Aber ein aus dem Nähkästchen geplaudertes kleines Fundstück trotzdem zwischendurch, weil ich heute Abend unbedingt bloggen wollte: Quantified Self gibt es auch – so absurd das klingt – für den geliebten Hund! Die Huffington Post hat dazu heute folgenden Artikel veröffentlicht: ‚Wandant‘ Dog Pedometer, Made By Japanese Technology Company Fujitsu, Monitors Heart Health In Pets.

Zugegebenermaßen weiß ich noch nicht so recht, was ich davon halten soll. Aber warum nicht? Weiterlesen →

21. November 2012
von Marcia
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Fundstück: Offizieller Trailer zu „Lifeloggers“ im Netz

Ich kriege definitiv kein Geld von Memoto (aus der Ecke kommt dieses Video nämlich ;-)), aber die Aussicht auf eine ganze Reportage rund um das Thema LifeLogging und Quantified Self, mit wie es scheint nicht gerader schlechter „Besetzung“ in den Sprecherrollen, ist bemerkenswert.

21. November 2012
von Marcia
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Thesis Journal #23 | 3626 words

Bachelorarbeit schreiben in der Universitätsbibliothek KarlsruheExakt 3626 Wörter habe ich bis jetzt geschrieben. Sieben Seiten sind das, ein ganzes Wochenende und ein Abend Bib, 15h effektive Arbeitszeit etwa. 149 Studienteilnehmer habe ich übrigens mittlerweile – es wird! – und bisher habe ich nur 250ml ClubMate und 200ml Kaffee getrunken. 😀 Allein im Hinblick auf meine Bachelorarbeitspräsentation MUSS ich einfach endlich irgendwelche Zahlen erheben. …

Versacken werde ich die nächsten Tage auch physisch bis unter die Hutkrempe in QS – live vor Ort inmitten der Berliner QS Szene. Dafür mache ich mich schon morgen auf den Weg und kann mich erst mal auf sechs bis sieben Zugfahrt zum Schreiben an der Bachelorarbeit freuen. Nur um dann donnerstags morgens schön mit Florian Schumacher, einem der Initiatoren und Co-Organisatoren des ersten QS Show & Tell der The Berlin Quantified Self Meetup Group, im Café Sankt Oberholz zu frühstücken und abends auf das diesmal riesige Meetup zu hüpfen. 85 Teilnehmer sind bis jetzt angemeldet, das wären doppelt so viele wie auf dem ersten Meetup, auf dem ich Anfang September war.

Etwas entspannter hinfahren kann ich diesmal definitiv: Statt mit einem Fragenkatalog, viel Ungewissheit was mich erwartet und dem anspannenden Anspruch so viele Fragen wie möglich stellen zu wollen, reise ich diesmal nur mit kleinen Flyerchen an, um noch einen ganzen Schwung Self-Tracker zur Teilnahme an der Umfrage zu motivieren. Ansonsten darf ich quasi einfach nur aufsaugen, was passiert. Freue mich wahnsinnig, muss ich zugeben! Und habe meinen Spaß daran gleichzeitig endlich mal wieder einen Kumpel aus Abizeiten besuchen zu können, der auch gleich noch mitkommt zu dem Meetup.

Richtig aussichtsreich ist nicht nur die Teilnehmeranzahl, sondern auch das Programm: Steven Dean aus QS New York und zwei Co-Organisatoren der QS Meetup Groups aus Paris und London, Denis Harscoat und Peter Lewis, sind angekündigt. Dazu erwartet das Organisatoren-Team diesmal glaube ich eine kleine Armada an Presse- und Fernsehleuten – soweit ich das mitkriege. Verrückt.

16. November 2012
von Marcia
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Thesis Journal #22 | „Given that this is QS, …“

Weltweite Verteilung der Meetup GruppenAusgezählt/alles zahlt sich irgendwann aus (?). Es läppert sich. Es plätschert langsam und wenig erklecklich etwas zusammen. „Given that this is Quantified Self,…“, hätte ich gedacht, dass es leichter wäre einen guten Schwung Daten zu kriegen. Bislang kann ich 238 Teilnehmern für 133 vollständig ausgefüllte Fragebögen danken.. 🙂 Von diesen 133 vollständig ausgefüllten Fragebügen sind nur/immerhin 102 echte Self-Tracker.

Geduldig schreibe ich deshalb jeden Tag viermal täglich drei Meetup Gruppen – mehr E-Mails unterbindet das Portal. Zusammengerechnet mit allen Querschlägern bei seriösen Internetportalen wie gulli.com und semi-seriösen wie reddit und 4chan (Danke, mein liebstes Bruderherz), sowie bei Patientennetzwerken wie patientslikeme.com, e-patients.net und wellsphere.com, habe ich so in den letzten Tagen trotzdem mittlerweile verdammt viele Mails geschrieben. Okay, das ist viel Copy & Paste, individualisieren und die richtigen Vornamen ergänzen – aber darüber bisher nur 133 Teilnehmer? Ich wende mich meistens direkt an die Organisatoren der Meetup Gruppen, diejenigen, die wahrscheinlich einige Fäden innerhalb ihrer Community spinnen und viele Self-Tracker ihrer Meetupgruppe kennen. Die meisten schreiben mir enthusiastisch zurück, dass sie selbst an der Studie gerade teilgenommen hätten und bekunden ihre Hilfe: Der Umfragen-Link ist mittlerweile über den internationalen QS-Twitterkanal gelaufen, bei QS-Deutschland verbloggt und in zahlreichen Meetupgruppen auf den Pinnwänden oder per lokaler Twitterkanäle getweetet. Und trotzdem nur 133 Teilnehmer. Muss ich noch mehr Self-Tracker individuell schreiben?

Oha, „fasziniert“ bin ich gerade davon, dass ich es geschafft habe, direkt am ersten richtigen Schreibtag drei Stunden Arbeit und fast zwei Seiten Text nicht zu speichern. Mal im Ernst, ich wollte gerade meine Wörter zählen (ich war heute super produktiv), aber es gibt kein jüngeres Dokument als die Bachelorarbeit.docx Version von 13.40h. Gearbeitet habe ich bis fast 17.00h. Einfach nicht gespeichert? Oder spielen mir Dropbox, das neue Windows 8 und das neue Office 2012 einen Streich?! Übersehe ich gerade irgendetwas maßgeblich?